Anke Hengelmolen-Greb
Bobath Grundkurs

Ankes NeuroScience-Letter

Für meine ehemaligen Kursteilnehmer, aber auch für alle therapeutischen Kollegen biete ich einen kleinen "Service" an, sie erhalten einmal im Monat einen NeuroScience-Letter von mir. 

 

Da ich ja der Meinung bin, dass Therapeuten UP TO DATE sein sollten und dies am effektivsten durch das Lesen von WISSENSCHAFTLICHEN STUDIEN passiert, 
versende ich in diesem Letter immer die Zusammenfassung einer aktuellen, neurologischen Studie, praktischerweise in deutscher Übersetzung. 

 

.... quasi Therapie-Wissenschaft in wohldosierten Häppchen ��

☝️

Wenn Ihr diesen NeuroScience-Letter ebenfalls erhalten möchtet, dann schreibt mir einfach eine PN per E-Mail an anke.greb@bobath-grundkurs.de.

 

Hier der aktuelle Newsletter, Ausgabe Februar 2018

 

Hallo Ihr Lieben!

Hier kommt Euer NeuroScience-Letter No. 21!

Heute geht es um die CIMT-Therapie - Ihr wisst ja, ich bin Fan! Allerdings muss es m.E. nicht immer der Handschuh sein, es geht auch über die Alltags-Aufgaben und Umweltgestaltung, es geht über die Limitation von Exteroception in der weniger betroffenen Hand, es geht über die Veränderung der Hauptprobleme auf Körperfunktions- und -struktur-Ebene und über sooooo viele andere Möglichkeiten innerhalb des 24-Stunden-Konzeptes!

Viel Spaß bei Schmökern!
 

Titel:

Constraint-induced movement therapy for upper extremities in people with stroke
CIMT - für die oberen Extremitäten bei Schlaganfall-Patienten

Autoren:
Davide Corbetta (1)
Valeria Sirtori (1)
Greta Castellini (2)
Lorenzo Moja (2,3)
Roberto Gatti (4)

Unit of Functional Recovery, San Raffaele Hospital, Milan, Italy. 
Unit of Clinical Epidemiology, IRCCS Galeazzi Orthopaedic Institute, Milan, Italy. 
Department of Biomedical Sciences for Health, University of Milan, Milan, Italy. 
School of Physiotherapy,University Vita-Salute San Raffaele, Milan, Italy

Quelle:
Cochrane Database of Systematic Reviews 2015, Issue 10. Art.No.:CD004433. DOI: 10.1002/14651858.CD004433.pub3.
Copyright © 2017 The Cochrane Collaboration. Published by JohnWiley & Sons, Ltd.
 
Hintergrund
Bei Menschen, die einen Schlaganfall hatten, beeinflusst die Parese der oberen Extremitäten viele Aktivitäten des täglichen Lebens. Die Verringerung der Behinderung ist daher ein Hauptziel von Rehabilitationsmaßnahmen. Trotz der Erhaltung oder Wiederherstellung der Bewegungsfähigkeit nach einem Schlaganfall erkennen die Menschen diese Fähigkeit manchmal bei ihren täglichen Aktivitäten nicht vollständig. Constraint-induzierte Bewegungstherapie (CIMT) ist ein Ansatz zur Rehabilitation von Schlaganfällen, bei dem der betroffene Arm gezwungen und massiv beübt wird, indem der nicht betroffene Arm zurückgehalten wird. Dies wird als nützliches Mittel zur Wiederherstellung von Fähigkeiten im Alltagsleben vorgeschlagen.
 
Ziele
Beurteilung der Wirksamkeit von CIMT, modifiziertem CIMT (mCIMT) oder erzwungener Anwendung (FU) für das Armmanagement bei Menschen mit Hemiparese nach Schlaganfall.

Such-Methoden
Wir durchsuchten das Testregister der Cochrane Stroke Group (zuletzt im Juni 2015 gesucht), das Cochrane Central Register of Controlled Trials (CENTRAL; The Cochrane Library, Ausgabe 1, 2015), MEDLINE (1966 bis Januar 2015), EMBASE (1980 bis Januar 2015). CINAHL (1982 bis Januar 2015) und die Datenbank für physiotherapeutische Nachweise (PEDro; Januar 2015).
 
Auswahl-Kriterien
Randomisierte Kontrollstudien (RCTs) und Quasi-RCTs, bei denen CIMT, mCIMT oder FU mit anderen Rehabilitationstechniken verglichen wird oder nicht.
 
Datensammlung und Analyse
Ein Autor identifizierte Studien anhand der Ergebnisse der elektronischen Suche nach Einschluss- und Ausschlusskriterien, drei Reviewautoren bewerteten unabhängig voneinander die methodische Qualität und das Verzerrungspotenzial und extrahierten Daten. Das primäre Ergebnis war Behinderung.
 
Wichtigste Ergebnisse
Inkludiert wurden 42 Studien mit 1453 Teilnehmern. Die Studien inkludierten Teilnehmer, die eine restliche motorische Aktivität des paretischen Arms hatten, die Möglichkeit einer weiteren motorischen Erholung und mit begrenzten Schmerzen oder Spastizität, die aber die obere Extremität eher wenig beanspruchten. 
Die Mehrzahl der Studien war unterversorgt (die durchschnittliche Anzahl der eingeschlossenen Teilnehmer betrug 29), und wir können eine Befangenheit bei kleinen Studien nicht ausschließen. 
Elf Studien (344 Teilnehmer) bewerteten die Behinderung unmittelbar nach der Intervention und wiesen auf einen nicht signifikanten Standard-Mittelwert (SMD) von 0,24 (95% Konfidenzintervall (CI) -0,05 bis 0,52) hin, der die CIMT gegenüber der konventionellen Behandlung begünstigte. 
Für das am häufigsten berichtete Ergebnis, die Armmotorik (28 Studien mit 858 Teilnehmern), betrug die SMD 0,34 (95% CI 0,12 bis 0,55) und zeigte einen signifikanten Effekt (P-Wert 0,004) zu Gunsten der CIMT. 
Drei Studien mit 125 Teilnehmern untersuchten eine Behinderung nach einigen Monaten Nachbeobachtung und fanden keinen signifikanten Unterschied (SMD -0,20 (95% CI -0,57 bis 0,16) zugunsten einer konventionellen Behandlung.
 
Zusammenfassung der Autoren
CIMT ist eine vielseitige Intervention, bei der die Limitation der weniger betroffenen Extremität von einer erhöhten körperlichen Aktivität begleitet wird. 
Wir fanden heraus, dass CIMT mit begrenzten Verbesserungen bei motorischer Beeinträchtigung und motorischer Funktion einherging, dass diese Vorteile jedoch die Behinderung nicht überzeugend reduzierten. 
Dies unterscheidet sich vom Ergebnis unserer vorherigen Meta-Analyse, in der der Hinweis bestand, dass CIMT der traditionellen Rehabilitation überlegen sein könnte. 
Informationen zu den langfristigen Auswirkungen von CIMT sind rar. 
Weitere Studien, die die Beziehung zwischen den Eigenschaften der Teilnehmer und den verbesserten Ergebnissen untersuchen, sind erforderlich.
 

Meine nächsten Bobath-Grundkurse
 
Klinik Waldeck in Schwaan- das ist Nähe Ostsee, also lassen wir uns mal den Wind um die Nase wehen!
 
Dieser Kurs ist ein „Schmankerl": 18 Tage Bobath-Grundkurs —> der Kurs ist 3 Tage länger, da u.a. auch sehbehinderte Therapeuten teilnehmen. 
So hat man mehr Zeit zum Lernen, Üben und Reflektieren, sehr angenehm :-) 

Veranstalter ist die Fachgruppe für blinde und sehbehinderte Masseure und Physiotherapeuten im Blinden- und Sehbehindertenverein M-V. Schicke. 

Aber wie gesagt, es nehmen sowohl sehbehinderte als auch nicht sehbehinderte Therapeuten teil. 

Zu diesem Kurs eine Bitte an Euch:
ich wäre Euch dankbar für ein bisschen Werbung da oben im Norden (bin da selten, daher nicht so bekannt…); 
die Fachgruppe hat den Kurs organisiert und möchte diesen unbedingt durchführen, um es ihren sehbehinderten Therapeuten zu ermöglichen. 
Wenn Ihr also noch jemanden wisst, der gerne teilnehmen möchte, dann sagt es weiter!! Danke!

Termin:
 
1. Teil: 24.06. - 02.07.2019
 
2. Teil: 07.10. - 15.10.2019

Kontakt über Frau Rößler, Frau Barkau, Tel.: 038203-62029 Email: gg.doberan@bsvmv.org

 

Emmelshausen -in „meinem“ Bundesland Rheinland-Pfalz, in der Nähe von Koblenz

Back to the roots - da bot sich der schöne Hunsrück ja geradezu an :-) 

Termin:

1. Teil: 02.07. - 10.07.2018 (08.07. kursfreier Tag)

2. Teil: 24.09.-02.10.2018 (29.+30.09. kursfreie Tage)

Kontakt über Andreas Ahlhorn unter Tel: 06747-1056, E-Mail: info@fobi-ahlhorn.de

 

Und es geht wieder in die Berge - freue mich auf Bad Feilnbach! 

Meine Klinik-Gruppe Medical Park veranstaltet den jährlich stattfindenden Bobath-Grundkurs nicht in Bad Camberg, sondern in Bad Feilnbach.Das sind Berge pur!!!!! Wunderschön!

Termin:
 
1. Teil: 19.10. - 26.10.2019
 
2. Teil: 01.03. - 07.03.2020
 
Kontakt über Frau Freydank unter Tel: 08066 185 266, E-Mail: seminarmanagement@medicalpark.de

Herzliche Grüße an Euch Alle! 

Eure Anke & der Kalle :-)

PS: wer den NeuroScience-Letter nicht mehr bekommen möchte, antwortet einfach auf diese E-Mail und bestellt ihn ab. 

 
Anke Hengelmolen-Greb
Physiotherapeutin (PT), Master of Science (M.Sc.) Neurorehabilitation & Neurorehabilitationsforschung, 
Bobath-Instruktor IBITA, Heilpraktikerin (Physiotherapie),
www.bobath-grundkurs.de

Herausgeberin und Mit-Autorin des Buches „Leitfaden Physiotherapie in der Neurologie“, 
Elsevier-Verlag 
 
Autorin des Buches „Evidence Based Practice (EBP) in der neurologischen Rehabilitation“,
Elsevier-Verlag
Link zum Buch
 
Fachklinik für Neurologie, Medical Park Bad Camberg GmbH & Co. KG
www.medicalpark.de

Handicap-Tauchlehrerin, Verein für therapeutisches Tauchen "Lass die Schwere los e.V."
www.therapietauchen.de

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